Spam –
eine Einführung
SPAM (der gängige Name für "unsolicited commercial email" - grob
übersetzt unerwünschte kommerzielle e-Mails)
steht ursprünglich für "spiced ham" — gekochtem Schweineschinken
aus Dose. Bekannt wurde dieser vor allem aus einem Sketch von Monty Pyton, in
dem ein Restaurant-Besucher unbedingt eine Speise ohne Spam bestellen möchte,
aber keine wirkliche Chance hat, da die Kellnerin ihm immer nur weitere Speisen
mit Spam vorschlägt. Begleitet wird die Szenerie durch einen Chor der ununterbrochen
ein Loblied auf Spam singt, und das auch noch immer lauter. Zum Schluss versteht
man vor lauter Spam gar nichts mehr.
Dieser Text soll helfen, Spam zu verstehen und einzudämmen. Der Übersicht
halber ist in mehrere Teile gegliedert:
Dieser Text wendet sich an Endbenutzer, nicht an Techniker - für diese
kann z.B. eine
Information des Sicherheitszentrums des Dt. Forschungsnetzes empfohlen werden.
Verhaltenstipps
Um die Situation zu bessern oder zumindest nicht schlechter zu machen, als
sie eh schon ist, sollte man einige Punkte beachten – einige werden einem ziemlich
schnell klar, wenn man sich anschaut, wie Spammer an die Adressen gelangen:
- Die Links in den Spam-Mails werden von den Sendern meist nur dazu benutzt,
um festzustellen, ob die e-mail-Adresse richtig ist, oder nicht.
Das gilt auch für die Anleitungen zum abbestellen; nutzt man diese Funktion,
bekommt man zwar häufig die betreffende Mail nicht mehr, aber im Gegenzug
hat der Spammer nun eine sicher gültige Adresse und schickt einem deshalb
gleich 10 andere Nachrichten.
- Ähnliches passiert, wenn man auf eine Werbemail antwortet - wenn der
Absender nicht sowieso völlig falsch ist, bestätigt man dem Spammer
nur, dass man wirklich unter dieser Adresse erreichbar ist, was die Adresse
für ihn deutlich wertvoller macht.
- Ankommende Werbemails, soweit möglich, nicht öffnen. Auch über
eingebundene Bilder (sogenannte Webbugs) kann der Spammer die Adresse prüfen.
- Meldet man sich im Internet bei kostenlosen Diensten an ist es sehr sinnvoll,
eine Zweitadresse zu verwenden. Handelt es sich nicht gerade um große
und seriöse Anbieter, wird die offiziell "nur zum mitteilen der
Anmeldungsinformationen" verwendete Adresse auch gelegentlich mal weitergegeben
oder -verkauft.
- Die Adresse nicht auf Homepages angeben; lässt sich dies nicht verwenden,
sollte sie möglichst getarnt werden — häfig wurde z.B. das
"@" durch ein " at " ersetzt. Genau diese Variante empfiehlt
sich aber wohl nicht so, da sie zu gängig und einfach maschinell rückgägnig
zu machen ist.
- Öffentliche Adressverzeichnisse, die Telefonbücher des Internets
können auch durch Programme ausgelesen werden, was sie für Spammer
zu interessanten Informationsquellen werden lässt. Deshalb sollte man
sich dort möglichst nicht eintragen.
- Ein Hinweis, der vielleicht eher gegen Viren als gegen Spam sinnvoll ist:
beim Verschicken an eine Vielzahl von Leuten sollte man nicht das To- oder
CC-Adressfeld nutzen, da in diesen die e-mail-Adressen für jedermann
sichtbar sind. Nicht jeder freut sich, wenn auf diese Weise seine Adresse
bekannt gemacht wird. Um das zu verhindern, sollte man die Verteilerfunktionen
der e-Mail-Programme, Mailinglisten oder das BCC-Feld ("Blindkopie"
- in diesem Fall muss man häufig in das To-Feld seine eigene Adresse
eintragen) verwenden. Bei diesen Varianten werden die e-mails an alle geschickt,
sie scheinen jedoch nur an einen selbst zu gehen.
- Kettenmails sind auch nicht viel besser als Spam. Hierzu lies bitte die
Kettenmail-Info .
Woher
bekommen Spammer die Adressen?
Willst du Spammer werden? Dann wähle je nach Geldbeutel und Zeitkontingent
einen der folgenden Wege:
- Adressen kaufen
Der Markt ist Groß. Per e-Mail lässt sich günstig Werbung
machen. Da braucht man nur die Adressen. Ein Brot verdienen sich hier professionelle
Adresshänler, die Spammern Ware in verschiedenster Qualität anbieten
– häufig auf CD. Theoretisch könnte auch direkt der Anbieter,
bei dem man die Mail-Adresse registriert hat, die Adressen weiterverkaufen,
das ist jedoch selten, da dieser durch Spam selbst kosten hat und ausserdem
seinen Dienst ja nicht von Spam überflutet sehen möchte.
- Probieren geht über Studieren
So schwierig ist es gar nicht. Vor allem bei gängigen Domains (gmx.de,
yahoo.com, aol.com) kann man einfach probieren, entweder mit Wörtern,
oder gleich mit zufälligen Buchstabenkombinationen. Per Programm geht
das schnell und ist billig.
- Webseitenanalyse
Ist die betroffene Adresse vielleicht auf einer Homepage angegeben. Hier wurde
Software entwickelt, die Webseiten nach e-mail-Adressen durchsucht...
- Kostenlose Registrierungen
Manch ein Dienst im Internet ist kostenlos—zumindest auf den ersten
Blick. Man meldet sich an – angeblich nur, damit der Anbieter einem
die Registrierungsinformationen zusenden kann – aber dann kriegen die
Adressen Füsse und landen auf der nächsten Spammer-CD.
- Bösartige Webseiten
Beim Surfen kann man auch so manche bösartige Seite stoßen.
Gelegentlich braucht man seine Adresse gar nicht einzugeben, damit sie Spammern
in die Hände gelangt; es genügt ein JavaScript, das die eigene Adresse
automatisch losschickt.